Roter und weißer Ginseng im Vergleich auf Holzbrett
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Roter Ginseng Wirkung: Unterschied zwischen rotem und weißem Ginseng

Roter Ginseng und weißer Ginseng stammen von exakt derselben Pflanze – dem echten Koreanischen Ginseng (Panax ginseng C. A. Meyer). Der Unterschied liegt ausschließlich in der Verarbeitung nach der Ernte. 

Während weißer Ginseng naturbelassen getrocknet wird, durchläuft roter Ginseng einen mehrstufigen Dampfprozess, der die Farbe verändert. In diesem Artikel erläutern wir die Unterschiede im Detail und beleuchten, was die moderne Forschung über die Unterschiede sagt. 

Roter Ginseng vs. weißer Ginseng: Der wesentliche Unterschied

Im Handel begegnen uns beide Varianten – als Kapseln, Pulver, Ginseng Tee oder als ganze Wurzel. Viele Verbraucher nehmen fälschlicherweise an, es handle sich um zwei verschiedene Pflanzenarten. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum: Roter und weißer Ginseng sind dieselbe Wurzel. 

  • Weißer Ginseng wird nach der Ernte schonend an der Luft oder bei niedrigen Temperaturen getrocknet. Er behält seine natürliche helle Farbe und das ursprüngliche Wirkstoffprofil der Pflanze. Hochwertiger weißer Ginseng wird erst im sechsten Wachstumsjahr geerntet und ungeschält weiterverarbeitet, damit die wirkstoffreiche äußere Schicht erhalten bleibt. Das Schälen der Wurzel war viele Jahre lang in Korea eine beliebte Verarbeitung. Meist wurden die Wurzeln dafür bereits nach 4 Jahren geerntet. Diese 4-jährigen, geschälten Wurzeln konnten nicht in der Qualität mit denen der 6-jährigen mithalten. 
  • Roter Ginseng wird nach der Ernte einem heißen Dampfprozess unterzogen, der die Wurzel rötlich-braun verfärbt und die Oberfläche glasig werden lässt. Dieser Prozess verändert die chemische Zusammensetzung: Einige Wirkstoffe gehen verloren, während gleichzeitig völlig neue Verbindungen entstehen.

Warum weißer Ginseng dem roten Ginseng nicht unterlegen ist:
Der Extraktions-Faktor

In der traditionellen Auffassung wird roter Ginseng oft als hochwertiger oder wirkungsvoller eingestuft als weißer Ginseng. Diese Annahme beruht jedoch auf einem veralteten Verständnis der Verarbeitungsprozesse und ignoriert die moderne Extraktionstechnologie. Wenn man den Herstellungsprozess von Ginseng-Extrakten genau betrachtet, zeigt sich, dass weißer Ginseng absolut gleichwertig ist:

1. Die thermische Umwandlung der Ginsenoside findet ohnehin statt
Der Hauptgrund, warum roter Ginseng oft bevorzugt wird, liegt in seinem Herstellungsprozess: Die rohen Ginsengwurzeln werden stundenlang mit heißem Wasserdampf behandelt. Durch diese starke Hitzeeinwirkung verändern sich die in der Wurzel enthaltenen Wirkstoffe (Ginsenoside). Es entstehen spezifische Verbindungen (wie Rg3 oder Rh2), die dem roten Ginseng seine besonderen Eigenschaften verleihen. Der entscheidende Punkt: Wenn aus weißem Ginseng ein hochwertiger Extrakt gewonnen wird, erfolgt dies in der Regel ebenfalls unter Einsatz von hohen Temperaturen (Heißwasser oder Alkohol-Extraktion mit anschließender Eindickung). Die Hitze während dieses Extraktionsprozesses löst genau dieselben chemischen Umwandlungsprozesse aus wie das Dämpfen bei der Herstellung von rotem Ginseng. Das Endprodukt – der Extrakt – weist somit ein vergleichbares, hochpotentes Ginsenosid-Profil auf.

2. Vermeidung von „Über-Verarbeitung“ (Doppelte Erhitzung)
Roter Ginseng wird gedämpft (erste starke Hitzeeinwirkung), dann getrocknet und später oft noch einmal erhitzt, um daraus einen Extrakt zu gewinnen. Diese doppelte thermische Belastung ist nicht zwingend ein Vorteil. Weißer Ginseng hingegen wird nach der Ernte schonend getrocknet und erst bei der eigentlichen Extraktion stark erhitzt. Dies hat den Vorteil, dass potenziell hitzeempfindliche Co-Nährstoffe, Vitamine oder Enzyme in der Wurzel bis zum entscheidenden Extraktionsschritt intakt bleiben und schonender in das Endprodukt übergehen.

3. Am Ende zählt der standardisierte Wirkstoffgehalt, nicht die Farbe
Ob eine Ginseng-Wurzel „rot“ (gedämpft) oder „weiß“ (ungedämpft getrocknet) in die Extraktionsanlage geht, ist für die Qualität des Endprodukts zweitrangig. Entscheidend für die Wirksamkeit ist allein die Qualität des Rohmaterials (Alter der Wurzel, Anbaubedingungen) und die Effizienz des Extraktionsverfahrens. Ein hochwertiger Extrakt aus weißem Ginseng, der auf einen hohen und spezifischen Ginsenosid-Gehalt standardisiert ist, ist einem Extrakt aus rotem Ginseng pharmakologisch absolut ebenbürtig.

Fazit: Die Annahme, roter Ginseng sei per se überlegen, ist ein Relikt aus Zeiten, in denen man die rohen oder getrockneten Wurzeln direkt konsumierte oder als einfachen Tee aufgoss. In der modernen Phytotherapie, in der hochkonzentrierte Extrakte verwendet werden, hebt die ohnehin notwendige Erhitzung während der Extraktion den historischen Vorteil des roten Ginsengs auf. Weißer Ginseng liefert durch diesen Prozess ein ebenso potentes, wirkstoffreiches und effektives Endprodukt.

 

 

Koreanischer roter Ginseng (Panax ginseng) vs. andere Ginseng-Arten

Nicht alles, was als „Ginseng“ verkauft wird, ist echter Ginseng. Auf dem Markt finden sich verschiedene Pflanzen, die unter dem Namen Ginseng angeboten werden:

  • Koreanischer Ginseng (Panax ginseng): Der echte Ginseng, auch Asiatischer Ginseng genannt. Sowohl als roter als auch als weißer Ginseng erhältlich. Enthält das breiteste Spektrum an Ginsenosiden.
  • Amerikanischer Ginseng (Panax quinquefolius): Eine verwandte Art mit ähnlichem, aber nicht identischem Wirkstoffprofil. Gilt in der Traditionellen Chinesischen Medizin als kühlend, während koreanischer Ginseng als wärmend eingestuft wird.
  • Sibirischer Ginseng (Eleutherococcus senticosus): Gehört botanisch nicht zur Gattung Panax und enthält keine Ginsenoside. Die Bezeichnung „Ginseng“ ist hier irreführend.
  • Indischer Ginseng (Ashwagandha, Withania somnifera): Ebenfalls kein echter Ginseng, sondern ein Nachtschattengewächs mit völlig anderem Wirkstoffprofil.

 

 

FAQ: Häufige Fragen zu rotem und weißem Ginseng

Ist roter Ginseng besser als weißer Ginseng?

„Besser“ im herkömmlichen Sinn ist keiner von beiden. Roter Ginseng punktet mit exklusiven Ginsenosiden wie Rg3, höherer antioxidativer Kapazität und besserer Haltbarkeit. Weißer Ginseng bietet ein breiteres Saponin-Spektrum, höhere Konzentrationen der Ginsenoside Rg1 und Rb1 sowie ein schonenderes Verarbeitungsverfahren.

Entscheidend für die Wirksamkeit beider Varianten ist vor allem die Qualität der verwendeten Wurzeln: eine Reifezeit von mindestens sechs Jahren, schonende Verarbeitung und ein dokumentierter Ginsenosid-Gehalt. Ein hochwertiger weißer Ginseng ist einem minderwertigen roten Ginseng überlegen – und umgekehrt.

In der Praxis spielt auch die Darreichungsform eine Rolle. Ginseng-Extrakte in Kapseln bieten den Vorteil einer präzisen Dosierung und eines standardisierten Wirkstoffgehalts. Ginseng-Tee aus getrockneten Wurzelscheiben ermöglicht dagegen ein traditionelles Zubereitungsritual und eine sanftere Wirkstoffaufnahme. Pulver lässt sich flexibel in Smoothies oder warme Getränke einrühren. Unabhängig von der gewählten Form gilt: Die Ginseng Wirkung entfaltet sich am besten bei regelmäßiger Einnahme über mehrere Wochen hinweg. Lesen Sie dazu auch unseren umfassenden Leitfaden zur adaptogenen Wirkung von Ginseng. Hochwertigen Ginseng aus deutschem Anbau – sowohl als Ginseng Kapseln als auch als Ginseng Wurzelkur – finden Sie aus dem GinsengLand in der Lüneburger Heide.

Kann man roten und weißen Ginseng gleichzeitig einnehmen?

Grundsätzlich ja, da beide Varianten von derselben Pflanze stammen. Eine Kombination ist jedoch selten sinnvoll, da sich die Wirkstoffprofile überschneiden. Wählen Sie besser die Variante, die Ihren Bedürfnissen am besten entspricht, und achten Sie auf die empfohlene Ginseng Dosierung.

 

Ist roter Ginseng für Vegetarier und Veganer geeignet?

Ginseng selbst ist pflanzlich und damit sowohl für Vegetarier als auch für Veganer geeignet. Achten Sie jedoch auf die Kapseln: Manche Hersteller verwenden Gelatinekapseln tierischen Ursprungs. Produkte mit Cellulose-Kapseln (HPMC) sind die vegane Alternative.

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