Ginseng: Histamin hemmende Wirkung
Die faszinierende Eigenschaft von Ginseng ist, dass er sich im menschlichen Körper nicht konkret gegen Krankheiten richtet, sondern als Adaptogen den Körper wieder ins Gleichgewicht bringt. Deswegen bremst Ginseng beispielsweise auch die Freisetzung von Histaminen bei einer allergischen Reaktion.
Allergien und die Rolle der Histamine
Allergische Reaktionen sind ein „Sonderfall“ der Immunreaktion unseres Körpers. Es handelt sich um eine überschießende krankhafte Abwehrreaktion des menschlichen Immunsystems auf bestimmte normalerweise harmlose Umweltstoffe. Bei einer Allergie reagiert der Körper auf normalerweise harmlose Erreger wie Pollen, Tierhaare oder Staub.
Die allergische Reaktion des Immunsystems richtet sich gegen von außen (über die Atmung, den Magendarmtrakt, die Haut, Schleimhaut oder Blutgefäße) kommende Stoffe.
Histamin spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen. Bei Histamin handelt es sich um einen körpereigenen Botenstoff, der unter anderem in sogenannten Mastzellen gespeichert wird. Kommt der Körper mit einem Allergen, wie beispielsweise Pollen, Tierhaaren oder bestimmten Lebensmitteln, in Kontakt, wird Histamin freigesetzt.
Enthält Ginseng Histamin?
Grundsätzlich gilt reiner Ginseng als histaminarm und enthält von Natur aus keine nennenswerten Mengen an Histamin. Daher werden Ginsengwurzeln von vielen Betroffenen einer Histaminintoleranz gut vertragen. Allerdings können individuelle Reaktionen unterschiedlich ausfallen, da pflanzliche Wirkstoffe bei empfindlichen Personen verschiedene Stoffwechselprozesse beeinflussen können.
Ginseng bei Histaminintoleranz?
In der Regel werden Ginseng-Produkte bei einer Histaminintoleranz gut vertragen. Das gilt sowohl für die orale Einnahme, als auch für Kosmetikprodukte in denen Ginsengextrakte enthalten sind. Eine beliebte und gut verträgliche Ginseng-Skincare ist beispielsweise die Kosmetiklinie Gesine W.
Hat Ginseng positive Wirkungen auf die Freisetzung von Histamin?
Eine Studie aus Asien untersuchte die anti-allergische Aktivität von Ginsenosiden (= spezifische Wirkstoffe der Ginsengwurzel) und ihren Abbauprodukten.
Die pharmakologische Wirkung von Ginseng wird durch eine Verstoffwechselung der Ginsenoside durch menschliche Darmbakterien erklärt: Bestimmte Wirkstoffe werden zu „Compound K“, einem der Hauptabbauprodukte, umgewandelt. Compound K zeigt die stärkste Hemmung auf die Aktivität und Freisetzung des von den sogenannten Mastzellen produzierten Enzyms Hexosaminidase.
Panax ginseng scheint Untersuchungen zufolge die äußere Hülle dieser Zellen wirkungsvoller zu stabilisieren als ein kommerzielles Anti-Allergikum (hier das Medikament: Disodium Cromoglycat) und verhindert so, dass Fremdstoffe wie Pollen oder Tierschuppen in den Körper eindringen und sich an der Wand einer Mastzelle anlagern.
Ohne den Einfluss der Ginsengwirkstoffe würde sich die Mastzelle unter Einfluss des Enzyms öffnen und eine Vielzahl von Botenstoffen wie z.B. Histamin freisetzen, die dann eine allergische Reaktion auslösen. Ginseng schützt also die Zellen und verhindert so allergische Reaktionen.
Die im Ginseng enthaltenen Wirkstoffe sind somit Vorstufen von Stoffen mit weitreichenden anti-allergischen Eigenschaften. Sie können so die Symptome von Heuschnupfen bzw. Pollenallergien lindern und akute Beschwerden mildern.
Quellen:
*Choo MK, Park EK, Han MJ, Kim DH: Antiallergic activity of ginseng and its ginsenosides. Planta Med, 2003; 69 (6): 518-22. (ISSN: 0032-0943)